Streetkarneval in Köln – unterwegs mit Handy und Systemkamera

Im heutigen Blog geht es um den Kölner Karneval und den Trip durch die Straßen, den ich gemeinsam mit Kollegen Gohr angetreten bin. Mit dabei war die “ Kleine Schwarze “ Ricoh GR und wie immer häufiger, mein neues Lieblingstool „DAS HANDY“.

Ich nehme euch mit in meine Gedankenwelt und erläutere anhand einiger Beispielsbilder, wie diese entstanden sind und welche Einstellungen ich verwendet habe. Dann mal die Hände zum Himmel und………ne komm hö ma auf mit dem Scheiß!

Bildschirmfoto 2016-03-04 um 15.55.33

Alle Jahre wieder ist Karneval in Köln und die Menschen die mich gut kennen wissen, dass ich überhaupt nicht drauf stehe. Auch jetzt ist es nicht mein „Lieblingsevent“. ABER die Dinge haben sich ein wenig geändert. Schon im letzten Jahr bin ich unterwegs gewesen und habe mich in die Hölle des Karnevals gestürzt. Es war unerwartet stressfrei und mit ein paar Kölsch war sogar das aufgezwungene, allgemeine Gelächter und Alaaf zu ertragen. Ein weiterer positiver Aspekt auf Karneval ist aber wohl die Tatsache, dass fast jeder eine Kamera dabei hat und Fotos schießt. Zudem sind so gut wie alle Menschen verkleidet. Das heißt für mich als Streetfotograf : Menschen gut drauf, fühlen sich nicht gestört, wenn sie fotografiert werden, sind verkleidet, sind hemmungslos = Grünes Licht für Streetfotografie in meiner Stadt, ein hoch auf den Karneval!!!

Wo ich noch sonst angeschaut werde, als wolle man mir den Kopf abschlagen oder gar bedroht werde, so ist an diesem Tag die Welt in Frieden und Alkohol getränkt.

So sollte es auch nun im Jahr 2016 weitergehen.

Ich mache mich schon relativ früh aus dem Haus, um mich mit der Bahn in die Stadt pferchen zu lassen. Ich konnte mir vorstellen, dass es cool aussieht, die verkleidete Meute in den Zügen zu fotografieren. Auf dem Weg sehe ich schon, dass der Plan funktioniert und mir die ersten Gestalten im Wolfspelz und Ringelsöcken begegnen. Im Zug fotografiere ich mit meinem Handy. Ich fühle mich wie „Invisible Man“. Der unsichtbare Held, der mit einem notgezwungenem, lächerlichen Möchtegern Karnevalsoutfit im Zugabteil steht. Ich trage eine Grüne Fellmütze mit Augen und eine grüne Fliege um den Hals. Wenigstens falle ich auch nicht mit meinem Outfit auf. Ich beobachte und drücke ab.

Kameraeinstellungen: Mit dem Handy habe ich natürlich keine Einstellungen vornehmen können. Handy anschalten und los fotografieren. Meine Ricoh GR ist nur mit Popup Blitz zum Einsatz gekommen. TV MODUS – ISO 4000 – f2,8 – 1/250s

Ich komme in Deutz an und steige aus. Was für ein Wetter an diesem Tag draußen ist. Es ist eiskalt und es nieselt. Abartiges Scheißwetter!

Ich gehe zu Fuß über die Hohenzollern Brücke Richtung Hauptbahnhof. Mit einer „Armlänge Abstand“ bahne ich mir den Weg durch tausende Menschen und Gestalten, die am Bahnhof ihr Dasein tristen. „Ist schon irgendwie ein komisches Gefühl“, denke ich mir und gehe weiter, bis ich auf Thommy treffe.

Er hat sich mehr Mühe mit seinem Outfit gegeben und leuchtet in kunterbunten Farben zwischen der Menschenmasse. Auf gehts , aber erstmal ein kleines Bier! Wie schon gesagt, vieles lässt sich somit leichter ertragen. Wir stampfen durch Müll und Dosenbier Richtung Altstadt, durch Kälte und Konfetti. Die Leute sind gut drauf, tanzen und feiern miteinander. Alle 3 Meter steht eine Horde Polizisten, die darauf achten, dass sich keine Frau straftätige macht, indem sie die Armlänge Abstand nicht einhält. Die Präsenz der „Ordnungshüter“ gibt eine gewisse Ruhe, die zu diesem Event auch mehr als nötig ist.

Wir trinken noch ein kleines Kölsch, bevor wir entscheiden in Richtung Zülpicher Straße zu fahren. Thommy sagt, dass dort richtig was los sein wird. Am Alten Markt ist es fast schon leer und relativ wenige Leute haben sich erbarmt bei diesem Dreckswetter abzufeiern. Im vergleich zum Vorjahr ist es nicht so voll.

Während wir in Richtung Zug gehen, merke ich, dass ich noch nicht viel gegessen habe und ich meine Ellenbogen und Knie nicht mehr richtig spüre. Und das nach „nicht viel Bier“. Noch 2 oder 3 mehr, dann wird das Wetter für mich schön werden!

Wir fahren mit dem Zug zur Zülpicher Straße. Inzwischen ist es schon dunkler geworden. Die Sonne geht langsam unter und ich merke das ich mit dem Handy nicht mehr weiter fotografieren will und kann, weil auch noch der Akku leer ist. „Bei einer solchen Dunkelheit“ bringt ein Smartphone gar nichts mehr, weil es hier nur noch rauscht und vor lauter Schnee das Bild nicht mehr zu erkennen ist. Das Handy sagt “ Oh es ist dunkel“ ich schalte mal lieber auf ISO 100.000.000. Also weg mit dem Ding und die Ricoh GR kommt raus. Ich habe einen kleinen Pop Up Blitz den ich selbstbewusst rausfahre. Ich wollte schon immer zeigen, wie gut bestückt ich bin und schieße los!

 

Baaaaaaaaaaam mit dem Blitz ins Gesicht! Nichts passiert, die Menschen feiern weiter und interessieren sich kein Stück dafür, dass ich gerade auf „Seelenraub“ bin. Wie geil ist das denn, davon muss ich noch viel mehr machen! An dieser Stelle muss ich mich daran erinnern, dass mir bei meinem letzten Versuch, eine Dame mit Blitz zu fotografieren, fast die Kamera vom Gesicht geschlagen wurde. Das ich mich überhaupt noch an was erinnern kann, wundert mich doch sehr, da inzwischen der Bierpegel erheblich gestiegen ist und ich beim Bestellen einer warmen Schawarma fast im Stehen umfalle. Die Kichererbsen munden gut und verrichten gute Arbeit, indem sie mich für den weiteren Walk stabilisieren.

Auf dieser Straße ist die Hölle los! Wüsste ich es nicht besser, würde ich denken, dass ich inmitten der Loveparade stehe. Thommy und ich legen während wir Fotos schießen, noch eine flotte Sohle auf den nassen, übermüllten Asphalt. Um mich herum tanzen Gestalten mit Affenmasken und wildfremde Menschen züngeln miteinander im Nieselregen. Astronauten und Vampire, zwischen Polizisten und anderen „Ordnungshütern.“

 

Astronaut

Es ist spät geworden. Wir gehen in die letzte Kneipe und packen die Kameras weg. Wir lassen die letzten Stunden revue passieren und faseln uns die Ohren voll. Mit nicht mehr klarem Satzaufbau, sage ich zu Thommy wie cool es ist, dass er mir den Karneval gezeigt hat und wie cool es ist, die „Arbeit“ und Freundschaft zu verbinden. Ich mache mich auf und schleppe meinen Kadaver in die nächste Bahn, die mich hoffentlich nach Hause bringt.

Bis zum nächsten Jahr und Hölle äääh Kölle Alaaaaaf!

Euer Christopher

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